Wasserwerk wird fit für die Zukunft – Mammutprojekt in Grafenwöhr soll im Juli 2017 fertig sein.

Zum Start der Inbetriebnahme der neuen Filterstraße 1 war Bürgermeister Edgar Knobloch, zugleich Vorsitzender des Verwaltungsrats der Stadtwerke Grafenwöhr in die Trinkwasser-Aufbereitungsanlage in der Bärnwinkler Straße gekommen. Die Maßnahme mit Gesamtkosten von rund einer Million Euro war durch das renommierte Fachplanungsbüro PfK aus Ansbach geplant und ausgeschrieben worden und befindet sich seit Januar in der Durchführung. Die Maßnahme ist in drei Abschnitte aufgeteilt:

  • Die Sanierung der hydraulischen Anlage im Wasserwerk

  • Der völlige Neuaufbau des Prozessleitsystems; die bisherige Anlagensteuerung ABB wird durch ein Fabrikat Siemens ersetzt.

  • Anpassungen im Hochbehälter mit Entsäuerungsanlage und Einbindung sämtlicher Außenstellen in das neue Leitsystem

Den Auftrag für den hydraulischen Teil erhielt die Firma KaryPlanaqua aus Bremen und für die Einrichtung und Erneuerung der Prozessleittechnik konnte die regionale Fachfirma i_s_a Industrieelektronik GmbH aus Weiden gewonnen werden. Beide Auftragnehmer müssen unter der Regie des Ingenieurbüros eng zusammenarbeiten und ihre Arbeitsschritte genau aufeinander abstimmen, da diese nahtlos ineinander greifen.

Die Kunst bei diesem Projekt besteht darin, die „alte“ Anlagensteuerung Fabrikat ABB solange „am Leben zu erhalten“, bis die neue Steuerung Fabrikat Siemens fehlerfrei läuft.

Nachdem die Firma KaryPlanaqua die hydraulischen Arbeiten an der Filterstraße 1 abgeschlossen und die neuen Druckstoßkessel sowie die beiden Druckluft-Kompressoren installiert hatte, war die Firma i_s_a gefordert, die neue Anlagensteuerung für diese Filterstraße in Betrieb zu nehmen. Die hierzu erforderlichen Arbeiten sind zwischenzeitlich abgeschlossen und am Mittwoch den 2. November begannen die Arbeiten zur Inbetriebnahme der neuen Leittechnik. Läuft die Straße 1 nach mehrwöchigem Probebetrieb einwandfrei, so wird die derzeit aktive Filterstraße 2 vom Netz genommen und den Winter über ebenfalls umgebaut. Die bisherige ABB-Steuerung ist dann außer Betrieb gesetzt und die Anlage fährt allein über die neue Siemens-Prozessleittechnik.

Außerdem werden die bisherigen Stellantriebe des Fabrikats Auma von elektrischem auf pneumatischen Betrieb umgestellt. Jeweils zeitgleich werden die Arbeiten im Trinkwasserhochbehälter fortgesetzt. Auch für diesen wichtigen Anlagenteil mit 3.000 cbm Fassungsvermögen wird ein neues Steuerungskonzept umgesetzt. Die Betriebstechnik sämtlicher „Satelliten“ des Wasserwerks wie Hochbehälter, Druckerhöhungspumpwerke und Messschächte wird erstmals in die gemeinsame Anlagensteuerung integriert.

Mobiles Notstromaggregat wird angeschafft

Im Leistungsumfang ebenfalls enthalten ist die Beschaffung einer mobilen Netzersatzanlage (Notstromaggregat), welche es den Stadtwerken bei länger anhaltendem Stromausfall ermöglicht, die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung und der U.S. Armee aufrecht zu erhalten. Dieses Aggregat mit einer Leistung von ca. 200 KW ist auf einem LKW-Anhänger montiert und wird in der Zentrale stationiert, von wo es für Notfallzwecke eingesetzt werden kann.

Nach Fertigstellung der umfangreichen Umbauarbeiten (voraussichtlich im Juli 2017) wird das Wasserwerk Grafenwöhr eine der modernsten und zuverlässigsten Anlagen zur Trinkwasserversorgung in weitem Umkreis sein.

Wassermeister Günter Rauh (links), Dipl.-Ing. Burkhardt Bittner vom PfK-Planungsbüro aus Ansbach (3. v. l.) und Vorstand Helmut Amschler (4 .v. l.) gaben Bürgermeister Edgar Knobloch (2. v. l.) bei einem Rundgang im Filterkeller der Aufbereitungsanlage die notwendigen Erläuterungen zum derzeit laufenden Mammutprojekt der Wasserversorgung.

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